Zaunbau mit der Polizei

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 02. November 2008

 Zaunbau mit der Polizei

Und wieder mal zu früh gefreut! Nachdem wir nun dachten, der Streit um Zaun und Grundstücksgrenze mit dem Nachbarn wäre zu beider Seiten Vorteil beigelegt, wurden wir am Samstag wieder eines Besseren belehrt.

Unterstützt von meinem "männer"arbeitswütigen Schwager hatten wir uns mit unseren (Neu-)Nachbarn zum Zaunbau Teil 1 "Setzen der Zaunpfähle" verabredet. Nachdem wir uns mit einigen Altlasten im Boden, die natürlich immer genau da waren, wo ein Pfahl hin sollte, auseinandergesetzt hatten, ging das Pfahlsetzen dann wie 's Brezelbacken voran.

Nachdem wir schon zwei Stunden gearbeitet hatten, erschien dann unser (Alt-)Nachbar auf der Bildfläche und schnauzte uns an, warum wir auf seinem Grundstück herumlaufen würden. Auf meine Erwiderung hin, dass wir hier auch seinen Zaun bauen (und bezahlen), kam dann nur noch ein "Ich hol' die Bullen!", drehte sich um und verschwand. Wir räumten alle Materialien und Geräte auf unsere Seite und arbeiteten ab da konsequent von einer Seite.

Eine Dreiviertelstunde später kam dann die Polizei - als wir gerade beim Essen saßen: Der Nachbar würde Anzeige wegen Hausfriedensbruch erstatten wollen. Nachdem wir den Fall aus unserer Sicht geschildert und auch die Vorgeschichte grob skizziert hatten zogen die beiden Polizistinnen nochmal Richtung Nachbar zu einem klärenden Gespräch. Nun schauen wir mal, ob da noch was kommt.

Tatsache ist: Dass wir den Zaun bauen werden, war angekündigt und vereinbart. Dass man im Zuge eines Grenzzaunbaus beide Grundstücke berühren muss (zumindest beim Buddeln der Löcher) dürfte damit auch klar sein. Ich hatte in einem Gespräch sogar angeboten, ihn vorab zu informieren (so dass er ggf. unsere Grenzmessung kontrollieren kann). Darauf hat er aber verzichtet. Somit sehen wir einer Anzeige recht entspannt entgegen und freuen uns, dass wir nach den ersten Querelen eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben.

Irgendwie hätte so eine Auseinandersetzun ja durchaus einen gewissen Reiz. Da würden mal die ganzen "Nachbarsprotokolle" zum Einsatz kommen, in denen wir seit einiger Zeit Beleidigungen, Ausfälle und andere Aktionen dokumentieren. Dazu gehören auch Beobachtungen unserer Nachbarn, wenn er mal wieder am Zaun steht, guckt, ob keiner guckt und dann laut meckernd irgendwelches Zeug auf unsere Seite schmeißt. Auch die Liste der beleidigenden Wörter ist inzwischen recht lang und erstreckt sich über Mistsäue, Okkupanten (hä??), Dreckschweine bis Westschweine (obwohl ich ihm erklärt habe, dass wir alle gelernte Zonis sind). Grundsätzlich steht er - wenn er seine Beleigungen in die Umwelt bellt - immer so, dass ihn die Zielpersonen seiner Wut nicht sehen können. So können wir natürlich nie nachweisen, dass uns die Beleidigungen gelten.

Am kommenden Wochenende wird dann der Maschendraht gezogen und ab da müssen wir uns wegen keiner Sache mehr mit ihm auseinandersetzen. Wir werden ihn schlicht ignorieren, wie wir es von den zwingend notwendigen Kontaktaufnahmen abgesehen, auch bisher getan haben.

geschrieben am 02. November 2008 von rainerS.punkt
Kategorie(n): _ Dies & Das _, Grundstück, Nachbarn


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