März 2008

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 31. März 2008

 Fazit - Eigenleistungen

Die Eigenleistungen bei einem Hausbau erfüllen im Wesentlichen zwei Funktionen: Zum Einen wollen Bauherren hier ein wenig Geld sparen, zum Anderen lassen sich Eigenleistungen gegenüber der Bank als Eigenanteil für die Finanzierung verkaufen.

Standardmäßig sind in den Kosten eines schlüsselfertigen Hauses Maler- und Bodenlegearbeiten nicht enthalten. Natürlich wird einem jeder Hausbauer anbieten, diese Leistungen auch zu erbringen. Lohnen wird sich das vermutlich nicht: Hier kann man sich dann lieber selbst entsprechende Handwerker suchen. Nachbarn auf dem Baufeld haben gute Erfahrungen mit der Ausschreibung der Leistungen über myHammer.de gemacht.

Genauso wie man das Haus bezugsfertig kaufen kann, besteht natürlich auch die Möglichkeit, weitere Leistungen aus dem Leistungskatalog zu streichen. Wir haben noch die Fliesenlegearbeiten heraus genommen, da ein Fliesenlegermeister aus dem Bekanntenkreis da deutlich günstiger anbieten konnte. Das war auch eine Empfehlung unserer Hausverkäuferin.

Konkrete Eigenleistungen

Die bestanden bei uns aus Maler- und Bodenlegearbeiten. Dazu gehörten dann konkret:

Da wir nicht tapezieren wollten, mussten die Spachtelarbeiten ziemlich ordentlich ausgeführt werden. Das war 'ne ganz schöne Mistarbeit, bei der ich auch viel geflucht habe. Beim nächsten Haus würde ich den Trockenbauern noch ein paar Taler in die Hand drücken und das machen lassen. Aber geht zur Not auch selbst. Nervig war auch das Verspachteln der Bläschen in der Betondecke. Aber das war nur viel und nervig, nicht kompliziert oder anspruchsvoll. ;-)

Am letzten Punkt (Außenanlagen) arbeiten wir derzeit noch :-).

Insgesamt ist das eine ganze Menge Arbeit. Trotz meiner drei Wochen Urlaub am Stück war auch danach noch einiges zu tun. Aber sicher ist es praktisch, effektiver und motivierender, wenn man zu zweit oder dritt arbeiten kann.

Ein paar Hinweise zum Spachteln:

Anleitungen und Hinweise:

Beim Verspachteln:


Die Reihe "Fazit" soll das gesamte Projekt rekapitulieren und in erster Linie (auch) dazu dienen, anderen Möchtegern-Häuslebauern vielleicht ein paar interessante Anregungen und Hinweise zu geben. Man kann wohl von niemandem erwarten, alle Baublogs dieser Welt von Anfang bis Ende durchzulesen und die interessantesten Tipps zusammenzuklauben ;-)

Hinweise erwünscht. Fragen erlaubt.

Der "normale" Betrieb dieses Blogs wird aber natürlich weitergehen. Heute wurde ein weiterer Beitrag veröffentlicht.

geschrieben am 31. März 2008 von rainerS.punkt |

 31. März 2008

 Spritzkante ... oder wie heißt das Ding?

Am Wochenende waren wir mal wieder draußen am Rackern. Das Teil, was ich vor zwei Wochen ums Haus gelegt habe und fälschlicherweise als "Traufkante" betitelt habe, wurde mit einem Wurzelflies ausgelegt, mit Sand aufgefüllt und mit weißen Steinchen schick gemacht.

Mehr gibts nicht zu sagen. Nur noch zu zeigen. :-)

(Aber es lässt mir keine Ruhe: Wer weiß, wer dieses Teil rund ums Haus im Fachjargon heißt? / Lösung von Inga: Traufstreifen)

geschrieben am 31. März 2008 von rainerS.punkt |

 28. März 2008

 Solaranlage läuft. Seit heute!

Nicht zu fassen!, war der erste Gedanke, als der Techniker von Vaillant heute die Solaranlage inspizierte. Inzwischen wohnen wir hier seit fast vier Monaten. Die Solaranlage hat in dieser Zeit nicht eine einzige kWh zu unserem Warmwasser beitragen können. Leider ist das für den Laien aber überhaupt nicht zu erkennen. Die Leitungen waren voller Luft, sodass die Pumpe nie eine Chance hatte, den Solarkreislauf in Betrieb zu setzen. Müssen wir uns also nicht wundern, dass unser Gasverbrauch nicht besonders niedrig ist. Da haben wir etliche Euro zusätzlich investiert für ein nicht funktionierendes System.

Eigentlich sollte es ja nur um das defekte Display der Steuerung gehen. Das war auch ruckzuck ausgetauscht. Das Befüllen und Inbetriebnehmen der Anlage hat aber weit mehr Zeit in Anspruch genommen. Gottseidank hatte der Techniker noch genügend Solarflüssigkeit im Auto, die von der Anlage auch komplett aufgesaugt wurde.

Nachdem die Anlage endlich lief, hat er mir zusätzlich eine Reihe von Tipps und Hinweisen gegeben, wie die Anlage optimal einzustellen ist, damit wir immer ausreichend warmes Wasser bei minimalem Gasverbrauch haben, ohne uns die Finger zu verbrennen und für eine maximale Lebensdauer der Anlage. Service vom Feinsten! Nun bin ich Experte ;-). So hätte ich mir das von der installierenden Firma gewünscht.

Über die Probleme, die wir mit der Sanitär- und Heizungsfirma hatten, habe ich hier ja ausführlich berichtet. Aber bisher hatte ich ja echt geglaubt, dass die wenigstens fachlich ordentliche Arbeit abliefern. Allerdings bin ich schon sehr misstrauisch geworden, als ich die Ausreden zur Lüftungsanlage hören musste. Nun kommt also zur unprofessionellen Organisation und Kundenunfreundlichkeit als Firmenkonzept auch noch - sorry - beschissene Arbeit dazu.

Gott, bin ich sauer!

geschrieben am 28. März 2008 von rainerS.punkt |

 27. März 2008

 Diverser Kleinkram & Werbung

Eigentlich wollte Vaillant lt. Aussage der Sanitärleute in der 10. oder 11. KW die Lüftungsanlage prüfen. Bisher ist aber noch nichts passiert. Wegen des Termins und eines noch entdeckten recht langen Kratzers in einem Fenster habe ich nun nochmal an den Bauleiter geschrieben. Nach einem erneuen Anruf bei Vaillant kommt nun aber am Freitag erstmal ein Solarexperte wegen der Probleme mit der Steuerung.

Für das Wochenende um den 19. April haben wir nun den Bagger bestellt und wollen an dem Wochenende einen Arbeitsgroßeinsatz starten. Neben der Verteilung unseres Erdhügels steht auch das Eingraben eines Regenwassertanks (1.500 bis 2.000 l) auf dem Plan. Zeit wird es(!), denn Katrins Gartenplanung ist schon sehr weit und maßstabsgerecht dokumentiert ;-).

DSL soll laut Auftragstatus bei Alice am 3.4. geschaltet werden.

 

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Fast täglich liest Anne hunderte Baublogs um dann zu jeweils vier Projekten - in denen sich gerade etwas Spannendes tut - einen kurzen Abriss zu schreiben. So kann man sich auf dem Laufenden halten, ohne ständig alles Veröffentlichte lesen zu müssen. Gerade für interessierte Neubauer in der Start- und Planungsphase sicherlich sehr interessant und hilfreich. Danke Anne! | www.bau-blogs.de

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geschrieben am 27. März 2008 von rainerS.punkt |

 23. März 2008

 Fazit - Finanzierung

Nicht zu vergessen, will das Projekt ja auch irgendwie bezahlt werden. Optimalerweise hat man 250.000 - 500.000 Euro, die sich auf dem Konto langweilen. Habt ihr? Dann: Herzlichen Glückwunsch! Weiterlesen sinnlos.

Für alle anderen armen Schweine ...

Voraussetzungen und Vorüberlegungen

Im Prinzip hat man hier das Henne-Ei-Problem: Will man ein Haus kaufen, muss ma wissen, wieviel Geld man ausgeben kann. Will man einen Kredit haben, muss man wissen, was das Ganze kostet ...

Da man mit der Bank aber schlecht über fiktive Zahlen verhandeln kann, muss man erstmal die Kosten des Gesamtprojektes abklären. Ein guter Hausverkäufer wird mit euch eine Kostenaufstellung machen, die auch alle sonstigen Kosten berücksichtigt. In solch eine Kostenaufstellung fließen z. B. ein:

  • Hauspreis
  • Grundstückspreis
  • Sonderwünsche
  • Außenanlagen
  • Erschließungs-/Anschlusskosten (Strom, Gas, Wasser, Abwasser)
  • Gebühren (Notar, Behörden)
  • Grunderwerbssteuern
  • Eigenleistungen

Mit dieser Liste kann man dann zu (s)einer Bank oder einem Finanzberater gehen und sich einen passenden Kredit vermitteln lassen. Die Optionen sind auch hier wieder sehr vielfältig. Die aus unserer Erfahrung wichtigsten zu beantwortenden Fragen sind:

  • Gibt es staatliche Kredite, die man in Anspruch nehmen kann?
  • Sind Sondertilgungen möglich?
  • Wie lang ist die Vertragslaufzeit des Kredits und damit der vereinbarte Zinssatz festgeschrieben?

Wir hatten von unserer Hausverkäuferin eine Bank-unabhängige Beraterin empfohlen bekommen, die auf Baufinanzierung spezialisiert ist. Ein weiterer Glücksgriff: Mit welchem Engagement und welcher Geduld sie uns alle Optionen genau erklärt und sich um all unsere Wünsche und Belange gekümmert hat: Einfach nur großartig!

(Wir hatten zeitgleich einen zweiten Berater angesprochen (über die Versicherungsagentur meiner Schwiegermutter vermittelt). Er war ein wunderbares Beispiel dafür, wie unprofessionell man bedient werden kann. Weder ging er auf unsere Fragen oder Anmerkungen ein, sondern behandelte uns lieber wie Deppen, die eh nix verstehen, noch bemühte er sich, Angebote nach unseren Wünschen einzuholen. Sechs. setzen. Vermutlich hatte er erwartet, dass wir aus persönlichen Motiven eh bei ihm abschließen und er sich nicht sonderlich bemühen muss.)

Für uns waren verschiedene Punkte relavant:

1. Für unseren KfW40-Energiestandard wollten wir den entsprechenden zinsgünstigen Kredit der KfW Förderbank in Anspruch nehmen und auf einen zweiten KfW-Kredit aus dem Programm "Wohneigentumsbeschafffung" hat unsere Beraterin hingewiesen. Bei KfW-Krediten sind die Konditionen etwas günstiger als bei marktüblichen Darlehen.

2. Da die Zinsen zu dem Zeitpunkt ziemlich günstig waren, wollten wir den Kredit auf 15 Jahre festschreiben. (Kündigen kann man den Kredit nach 10 Jahren ohnehin jederzeit. Sollten also die Zinsen in 11 Jahren gerade extrem niedrig sein, kann man den Kredit kündigen und neu verhandeln.) Zu beachten ist dabei, dass sich die Banken die längere Vertragslaufzeit "bezahlen lassen", indem der Zinssatz ganz leicht über dem für 10 Jahre Laufzeit liegt. Aber damit erkauft man sich den Vorteil der beschriebenen Flexibilität.

3. Wir wollten die Möglichkeit haben, Sondertilgungen zahlen zu können. Wenn man mal auf den Zahlungsplan schaut und sieht, welche Restsumme nach 10 Jahren noch übrig bleibt, treibt es einem die Tränen in die Augen. In dieser Zeit hat man fast nur Zinsen gezahlt. Sondertilgungen katapultieren einen da richtig vorwärts - bis zu mehreren Jahren. Aber auch das Recht der Sondertilgung preist die Bank in den Zinssatz ein. Wenn man davon dann keinen Gebrauch macht, hat man den erhöhten Zinssatz umsonst gezahlt.

Finanzierung 100%-x

Viele Hausanbieter werben damit, dass ihre Häuser von Banken zu 100% finanziert werden. Das stimmt zwar im Prinzip, aber letzendlich gehören zu einem Hausbauprojekt neben dem reinen Kaufpreis ja auch viele andere Kosten. Und Banken finanzieren ungern nicht-werthaltige Leistungen. Dazu gehören z. B. Anschlussgebühren für die Medien oder Steuern und Gebühren.

Deshalb gilt - wenn man einen Kredit zu sinnvollen Konditionen haben will: Man sollte einen gewissen Eigenanteil einbringen können. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Die einfachste ist, dass man der Bank ein Sparbuch/Bausparvertrag/Girokonto vor die Nase hält auf dem genügend Taler 'rumlungern.

Die zweite Option ist Eigenleistungen einzubringen, die dann natürlich auch einen verrechenbaren Wert darstellen. Bei uns waren dies: Malerarbeiten und Fußbodenbeläge inkl. Materialien. Für die dafür notwendigen Arbeitsleitungen und das Metarial wurden einige Tausend Euro angesetzt, die dann auf unseren Eigenanteil angerechnet wurden.

Beispielrechnung:

  • Finanzierungsbedarf: 200.000 Euro (so gerechnet als ob man alle Leistungen einkaufen würde)
  • Wert der Eigenleistungen: 12.000 Euro
  • Eigene Ersparnisse: 10.000 Euro

Daraus ergibt sich ein rechnerischer Eigenanteil von 11%. Da freut sich die Bank schon mal.

Du bist Kunde!

Keine Ahnung, ob das anderen auch so geht. Aber anders als beim Kaufen von Produkten, fühlt man sich als Kreditnehmer immer ein wenig wie ein Bittsteller. Wem das auch so geht, dem empfehle ich vorher mal durchzurechnen, wieviel Geld man für die Kreditsumme am Ende zurückzahlt. Und mit diesem Eindruck, dass die Bank an euch ein kleines Vermögen verdienen kann, geht ihr dann in die Vertragsverhandlungen und bittet nicht mehr, sondern fordert. Lasst euch z.B. nicht mit solchen Aussagen abspeisen, dass man nicht zwei KfW-Kredite in die Finanzierung nehmen kann. Wenn eure Bank das nicht anbietet, hat sie für euch eben kein passendes Produkt. Eine andere Bank wird sich über neue Kunden freuen.

Ein vernünftiger Berater sollte all eure Wünsche erfüllen wollen und können. Dass der eine oder andere Wunsch dann einen finanziellen Aufschlag zur Folge hat, ist durchaus in Ordnung. An der Stelle muss dann jeder für sich abwägen, ob ihm die Sache den Aufschlag wert ist. Aber man muss sich überhaupt entscheiden können.

Wer im Großraum Berlin also eine gute Beraterin sucht, die über viele Jahre Berufserfahrung verfügt, einem wirklich alles ausfühlich und verständlich erläutert und bei der in all den Jahren noch nie eine Finazierung in einer Zwangsversteigerung endete: Die Telefonnummer rück ich gerne heraus. Bei einer Freundin hat sie die Finanzierung auf unsere Empfehlung hin ebenfalls abgewickelt.

Wer die Rückzahlung schon mal kalkulieren möchte, für den gibt es hier einen Finanzierungsrechner.


Die Reihe "Fazit" soll das gesamte Projekt rekapitulieren und in erster Linie (auch) dazu dienen, anderen Möchtegern-Häuslebauern vielleicht ein paar interessante Anregungen und Hinweise zu geben. Man kann wohl von niemandem erwarten, alle Baublogs dieser Welt von Anfang bis Ende durchzulesen und die interessantesten Tipps zusammenzuklauben ;-)

Hinweise erwünscht. Fragen erlaubt.

Der "normale" Betrieb dieses Blogs wird aber natürlich weitergehen.

geschrieben am 23. März 2008 von rainerS.punkt |

 21. März 2008

 Auf zum Anwalt

Aufgrund der vom Investor verschuldeten Bauverzögerung sind uns erhebliche ungeplante Kosten (Miete, Bereitsstellungzinsen) entstanden, die wir uns ja früher oder später wiederholen wollten. Der der Investor seit Ewigkeiten nicht mehr persönlich mit uns redet (am Telefon lässt er sich verleugnen, auf Faxe und Briefe reagiert er nicht), ist eine Einigung auf normalem Weg leider nicht möglich.

Mit Rücksicht auf die Bauvorhaben der anderen Eigentümer hatten wir dieses Vorhaben aber erst einmal zurück gestellt. Die Befürchtung war, dass der Baufeldleiter, der das Ganze seit einigen Monaten betreut und unter dessen Leitung es endlich voran ging, auch wieder vom Investor gefeuert wird. Nun ist der Leiter aber trotzdem gefeuert worden, sodass dieser Grund entfallen ist. Leider ist es schon Usus: Wer gut arbeitet, muss gehen.

Also haben wir jetzt wieder den Anwalt angerufen - bei dem wir vor einigen Monaten schon mal angefragt hatten - und einen Termin vereinbart. Das Ganze gehen wir relativ entspannt an, da wir die letzte Rate des Projektentwicklungsvertrags ohnehin zurück gehalten haben und die Summe in etwa unserer Forderung entspricht. Den genauen Betrag wird dann der Anwalt ermitteln und in unserem Auftrag einfordern. Ein Anwaltsschreiben wird er dann wohl nicht mehr ignorieren können.

Wer sich über die Hintergründe nochmal informieren möchte, kann die Beiträge der Kategorie Erschließung lesen, insbesondere:

geschrieben am 21. März 2008 von rainerS.punkt |

 18. März 2008

 Fazit - Auswahl des Hauses

Für uns waren die nicht verhandelbaren Rahmenbedingungen bei der Suche nach einem passenden Haus:

  1. mindestens 120 m²
  2. offene Küche zum Esszimmer/-bereich und Wohnzimmer
  3. vier weitere Zimmer
  4. sehr hell (viele Fenster)
  5. Fußbodenheizung im ganzen Haus
  6. Glatt geputzte Wände, die man ohne zu tapezieren streichen kann
  7. Niedriger Energiebedarf (Energiesparhaus nach KfW40-Standard; ca. 70% unter den gesetzlichen Vorgaben)

Gerade der letzte Punkt war uns sehr wichtig. Es sind aber erstaunlicherweise wenige Anbieter auf dem Markt, die sehr offensiv mit diesem Thema werben. Viele Anbieter versuchen sogar - wenn man gezielt nachfragt - den Kunden für dumm zu verkaufen. Wir haben das mehrfach erlebt. Für die Verkäufer ist es sicher leichter dem Kunden einen schicken Erker, Wintergarten oder ähnliches schmackhaft zu machen.

Für uns hatte das Ganze zwei Gründe: Faulheit und Finanzen :-). Mit dem Gedanken, zukünftig jeden Tag alle Räume zweimal lüften zu müssen, um den notwendigen Luftausstausch sicherzustellen und Schimmelbildung auszuschließen, konnten wir uns nicht richtig anfreunden. Somit war die automatische Lüftungsanlage ohnehin schon mal gesetzt. Und die Idee nur einen Bruchteil der Nebenkosten zahlen zu müssen, muss sicher nicht weiter erläutert werden.

Im Prinzip kann man diese Dinge (Dämmung, Solaranlage, Lüftungsanlage etc.) natürlich auch später noch nachrüsten. Aber der Einbau einer Lüftungsanlage in ein Bestandsgebäude ist nur sehr aufwändig zu realisieren und auch alle anderen Maßnahmen kosten später deutlich mehr. Außerdem lassen sich bei einem Neubau alle Komponenten optimal aufeinander abstimmen. Und nicht zuletzt werden diese Maßnahmen staatlich gefördert: Für den KfW40-Standard haben wir einen KfW-Kredit (50.000,-) zu günstigeren als den marktüblichen Konditionen bekommen und für die Solaranlage gibt es einen - zugegeben kleinen - Zuschuss vom BAFA.

Inzwischen haben wir die Lüftungsanlage ja schon ausgiebig kennenlernen können. Sie spielt für mich in der Liste der wichtigsten Entdeckungen und Erfindungen in der gleichen Liga wie das Rad und der Geschirrspüler. :-) Akkustisch ist die Anlage kaum wahrnehmbar, die Luft ist in allen Räumen immer gut und die Feuchtigkeit wird souverän abtransportiert (was auch praktisch fürs Wäschetrocknen während der feuchten Jahreszeit ist).

Und so besteht unser "Energiesystem" jetzt aus:

  • Gasbrennwertkessel
  • Solarwärmeanlage zur Brauchwassererwärmung
  • 300 l Solarspeicher
  • Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung
  • Fußbodenheizung (war bei der KfW40-Ausstattung automatisch mit enthalten)

Eine alternative Heiztechnik hatten wir zuerst zwar auch haben wollen (Holzpellets oder Wärmepumpe). Aber die relativ hohen Investitionskosten für diese Technologien bekommt man bei dem geringen Wärmebedarf nur sehr schwer bis gar nicht wieder 'rein. Zusätzlich benötigt man für Holzpellets auch noch eine Lagerraum, den man außerhalb des Hauses anlegen oder dem Haus dann doch einen Keller spendieren müsste.

(Eine Wärmepumpe kostet in der Anschaffung bspw. das Drei- bis Vierfache einer Gasbrennwertheizung. Diese Technologien lohnen sich aber ganz schnell, wenn das Haus einen höheren Energiebedarf hat. Viele Nachbarn auf unserem Baufeld haben z. B. eine Wärmepumpe. Wer sich in das ganze Thema etwas mehr einlesen möchte, dem empfehle ich: Bauen für die Zukunft - PDF; 3,1 MB; Neuauflage 2009.)

Bei unserem Auftaktgespräch bei T&C haben wir unser Haus relativ schnell gefunden. Für unseren Wunsch Nr. 4 hatten sie ein - nomen est omen - das "Lichthaus" im Portfolio. Allerdings entgenen unserer Vorstellungen (Nr. 2) mit viel zu viel Wänden im EG. Aber die würden sie auch für uns 'rausreißen. (Fast) alle Häuser als KfW40 gab es ohnehin und eine Fußbodenheizung war gleich inklusive.

Einen richtigen Erker, den ich gern gehabt hätte, gibt es als Miniausführung im Essbereich. Wegen der KfW40-Vorgaben wäre das auch nicht oder nur unter extrem hohen Kosten realisierbar gewesen.

Alles in allem mussten wir nur sehr sehr wenige unserer Wünsche zu Grabe tragen und keiner davon war essenziell.

Tipps für Neubauer

Am Ende muss jeder selbst wissen, wofür er sein Geld ausgibt. Manch einer will lieber gleich die Außenanlagen gemacht haben und legt dafür gerne 15.000 - 20.000 Euro hin. Dafür bekommt man aber auch schon eine extra dicke Dämmung und eine Lüftungsanlage.

Zwei Dinge solltet ihr wissen, bevor ihr ins erste Gespräch geht:

  1. Welche Hauseigenschaften sind für euch zwingend erforderlich und nicht verhandelbar
  2. Wie groß ist euer Budget bzw. mit welche maximalen monatlichen Belastung fühlt ihr euch noch wohl.

Natürlich sollten 1 und 2 in einem realistischen Verhältnis stehen (für 150.000 bekommt man keine 500-m²-Villa mit Tiefgarage und Aufzug ;-)) Alles andere kann man im Gespräch mit dem Anbieter klären.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Planen!


Die Reihe "Fazit" soll das gesamte Projekt rekapitulieren und in erster Linie (auch) dazu dienen, anderen Möchtegern-Häuslebauern vielleicht ein paar interessante Anregungen und Hinweise zu geben. Man kann wohl von niemandem erwarten, alle Baublogs dieser Welt von Anfang bis Ende durchzulesen und die interessantesten Tipps zusammenzuklauben ;-)

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Der "normale" Betrieb dieses Blogs wird aber natürlich weitergehen.

geschrieben am 18. März 2008 von rainerS.punkt |

 17. März 2008

 Fazit - Die Startphase

Heute startet die Reihe "Fazit". Diese soll das gesamte Projekt rekapitulieren und in erster Linie (auch) dazu dienen, anderen Möchtegern-Häuslebauern vielleicht ein paar interessante Anregungen und Hinweise zu geben. Man kann wohl von niemandem erwarten, alle Baublogs dieser Welt von Anfang bis Ende durchzulesen und die interessantesten Tipps zusammenzuklauben ;-)

Hinweise erwünscht. Fragen erlaubt.

Der "normale" Betrieb dieses Blogs wird aber natürlich weitergehen. Ein weiterer Beitrag wurde heute ebenfalls veröffentlicht.


Damit sich das Lesen der weiteren Beiträge auch lohnt, erstmal das Wichtigste: Ihr wollt bauen? Dann tut es! Es gibt nichts Grundsätzliches, was dagegen spricht, wenn man das Ganze vernünftig und umsichtig angeht. Das Argument "Ach man hört ja immer soo schlimme Sachen. Da geht ja immer(!) so viel schief" stimmt so wenig, wie jede andere Pauschalierung.

Denn man hört (in den Medien) ohnehin nur von den Katastrophen und die sind nicht immer, aber häufig auch in der Kategorie "Selbst schuld!" angesiedelt. Von den gut laufenden Projekten berichten Bild, Explosiv & Co natürlich nicht. Wer also meint, eine dubiose Firma aus Osteuropa könnte für 50.000 Euro das Traumhäuschen mit allem Schnickschnack bauen, irrt ebenso, wie Auswanderwillige, die nach Spanien ziehen, deutsch sprechende Beamte erwarten und glauben, dass die Firmen vor Ort ihnen Schlange stehend Jobs aufdrängen. Aber ich schweife ab ... ;-)

Legt Euch nicht zu früh auf einen bestimmten Hausanbieter fest!

Fast jeder Hausbauer hat ein Haus im Programm, dass in etwa eurern Vorstellungen entsprechen wird. Bei den meisten Anbietern wird es auch immer möglich sein, ein Haus an die eigenen Vorstellungen anzupassen. Wir haben aus dem Standardentwurf z. B. im Erdgeschoss zwischen Küche, Esszimmer und Wohnzimmer alle Wände herausnehmen lassen. Die ganze Umplanung hat - mit der Verrechnung anderer Wünsche - ganze 500 Euro gekostet.

Wichtiger als die Bekanntheit der Firma ist die Bewertung der Leistung von anderen Häuslebauern. Und holt euch - gerade bei großen Anbietern, die regional mit unterschiedlichen Partnern oder eigenständigen Filialen arbeiten - Einschätzungen des konkreten Anbieters vor Ort ein. Wenn die Filiale der Firma XY in München 100% zufriedene Kunden hat, kann der Subunternehmer in Berlin ganz katastrophal arbeiten.

Eine gute Möglichkeit, einen Hausbauer einzuschätzen ist, eine aktuelle Baustelle zu besuchen und sich die Baustelle nach Feierabend anzusehen. Wenn es dort aussieht, wie auf einer Müllhalde, wäre ich vorsichtig.

Frag dich schlau

Wenn ihr Freunde haben, die auch gebaut haben: Löchert sie! Wir hatten das Glück und auch wenn das Wochenende anstrengend war: Die Infos waren Gold wert und für die folgenden Gespräche und Verhandlungen sehr hilfreich.

First contact - Das erste Gespräch

Wenn ihr gerade in der Startphase seid und ein Musterhaus besichtigt: Seriöse Anbieter werden nicht versuchen, mit euch sofort ein konkretes Haus zu planen, kaum dass ihr eure Nase in die Tür steckt. Haben wir mehrfach erlebt bei unserem ersten Besuch eines Musterhausparks. Ist nervig und anstrengend! Vor allem, da wir überall darauf hingewiesen haben, dass wir erst seit wenigen Tagen wissen, dass wir bauen wollen und wir uns das allererste Mal Häuser anschauen.

Wenn ihr in das erste "reale" Gespräch geht, solltet ihr wissen, was ihr wollt. Nicht im Detail, aber über die Eckdaten eures Hauses solltet ihr euch im Klaren sein:

  • Wohnfläche
  • Anzahl der Zimmer
  • Energiestandard/Energietechnik
  • Besondere Wünsche (z. B. besonders hell war uns wichtig, Wintergarten oder Erker etc.)
  • Wie groß ist euer geplantes Gesamtbudget oder wenn ihr das nicht abschätzen könnt: Mit welcher maximalen monatlichen Belastung würdet ihr euch wohl fühlen?

First contact - Der Verkäufer

Das Wichtigste bei einem Projekt dieser Größenordnung ist, dass ihr euch mit dem Verkäufer oder der Verkäuferin wohl fühlt. Ist der Typ unsympathisch, aber das Haus, dass er anbietet, ein Traum: Lasst es!

Im Einzelnen kann man schwer Tipps geben, aber vielleicht soviel: Ein guter Verkäufer wird genau analysieren, was ihr eigentlich wollt und euch auch nicht im ersten Gespräch schon mit detaillierten Kalkulationen und Informationen überfordern oder euch gar schon in konkrete (Vor-)Vertragsgespräche drängen.

Und stellt Fragen, selbst wenn sie euch noch so albern und trivial vorkommen! Ein guter Verkäufer wird jede Frage beantworten und euch nie mit Allgemeinplätzen abspeisen. Unsere Verkäuferin haben wir teilweise mit Details gelöchert. Sie ist nie einer Frage ausgewichen und hat sich die gewünschte Info zur Not von Dritten geholt, wenn die Frage mal zu speziell wurde. Und testet ihn oder sie ruhig mal mit einer kostenrelevanten Frage, deren Antwort ihr schon kennt.

Wir hatten wirklich großes Glück, aber dazu in einem anderen Fazit-Artikel dann mehr.

Das Haus und der Energieverbrauch

Zitat einer Kollegin: "Die meisten Kosten verursacht ein Haus im Unterhalt, nicht der Bau." Von vielen Hausanbietern werden besonders sparsame Häuser nicht sehr offensiv beworben. Im Gegenteil wird dem Kunden da sogar richtig viel Schwachsinn verbreitet. Immer wieder treffe ich auf Hausbesitzer, die erzählen: "Eine Dämmung brauchen wir nicht, wir haben ja 25 cm Porenbetonsteine" oder auch beliebt: "Nee, bloß keine Dämmung. Wir haben doch extra mit Stein gebaut, weil das Haus dann atmen kann". Häuser atmen nicht! Gott sei dank.

Ich vermute viele Hausanbieter bewerben Energiesparhäuser nicht sehr offensiv, weil sie um die Kunden fürchten. Denn klar ist: Wer ein Haus will, das weit unter den gesetzlichen Vorgaben liegt, muss auch bereit sein dafür einiges zu investieren. Natürlich ist ein zusätzlicher großer Wintergarten schicker, als eine "Automatische Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung". Aber vielleicht ist "nur ein Drittel der üblichen Heizkosten" und "im Winter nicht zweimal am Tag lüften müssen" ja auch ein Argument ...

Diese Thematik eignet sich übrigens super, um den Verkäufer zu testen. "Wir würden gern ein Energiesparhaus bauen?" Wenn die Antwort (oft selbst erlebt!) lautet: "Unsere Häuser sind alle Niedrigenergiehäuser.", dann wisst ihr, dass euer Gegenüber nur an seine Provision denkt.

Ein guter Eintieg um sich schlau zu machen:

To be continued ...

Wen diese Fazit-Serie interessiert: Ich plane noch ähnlich ausführliche Artikel zu den Themen:

  • Die Haus-Auswahl
    Warum ist es bei uns genau dieses Haus geworden?
  • Unsere Hausbaufirma (Town & Country in Berlin/Brandeburg)
    Warum T&C; wie war der Kauf, der Bau und die Betreuung über das gesamte Projekt?
  • Finazierung
    Wo kriegt man einen passenden Kredit her und worauf kann/muss/soll man achten?
  • Eigenleistungen
    Was ist sinnvoll und wieviel Zeit kostet es wirklich?
  • Eventuell: Die Energietechnik
    Was ist dran, was steckt drin, wie funktioniert`s?

geschrieben am 17. März 2008 von rainerS.punkt |

 17. März 2008

 Traufkante setzen

Am Wochenende als Strohwitwer von meiner Frau zurückgelassen, habe ich mich an die Traufkante rund ums Haus gemacht. Wie immer: Mehr Arbeit als erwartet ;-). Messen, buddeln, Steine einsetzen und ausrichten und Beton mischen haben mich Samstag und Sonntag gut beschäftig. Hat am Samstag das Wetter noch prima mitgespielt, war am Sonntag der Regen mein ständiger Begleiter. Da auch die Schubkarre "platt gemacht" hat, musste ich etliche Eimer Sand immer erst zu meiner Betonmischwanne schleppen. Fitnessstudio Hausbau.

Aber allen Widrigkeiten zum Trotz: Fertig isse! Bis auf die Terassenseite: Da kommen die Platten erst in den Boden, wenn ich weiß, wo die Terasse endet. Ich wollte vermeiden, dass wir die Terassenplatten zuschneiden müssen.

Natürlich blieb bei aller Arbeit aber auch noch Zeit mit den Nachbarn zu quatschen. Zwei weitere Parteien haben am Wochenende auf dem Baufeld ihre Häuser bezogen.

geschrieben am 17. März 2008 von rainerS.punkt |

 11. März 2008

 Frühling & Telefon

Gartenarbeit

Dieses Wochenende hatten wir urlaubsmäßig um zwei Tage verlängert. Meine Eltern waren zu Besuch, um endlich mal das Haus anzuschauen und zeitgleich wurde es Frühling in Berlin. Also ging es 'raus auf den Acker und es wurde versucht, einen ersten Hauch von Garten daraus zu machen.

Während sich meine Mutter noch einmal intensiv um die diversen Fenster kümmerte (wir haben ja genug davon), haben wir anderen drei die Grundstücksgrenze auf die nötige Höhe aufgeschüttet (wieder Erde schaufeln, Schubkarre fahren, Erde schauf...). Glücklicherweise hatten wir meinen Vater - den größen Gartenharker unter der Sonne - mit im Boot, der mit traumwandlerischer Sicherheit aus jedem Erdhaufen ein ausstellungswürdiges glattes Beet hinbekommt.

Und so haben wir nun endlich eine Hecke. Oder zumindest die Grundlage für eine. Gestern haben wir gleich noch zwei Bäumchen dazu gekauft und eingepflanzt. Sieht schon mal deutlich netter aus, als vorher :-) Aus einer Industrieruine in der Nähe haben wir die ersten 90 Ziegel für das geplante Kräuterhochbeet 'rangeschleppt.

Solaranlage

Leider spinnt unsere Solaranlage immer noch ein wenig: Der Kontrast des Displays der Solarsteuerung ist inzwischen nahe Null, obwohl er eigentlich auf Maximum eingestellt ist. Deshalb kann ich irgendwelche Werte derzeit nur erahnen. Aber ich habe das Gefühl, sobald der Wert für die Temperatur im Kollektor 130 °C erreicht, wird keine Wärme mehr in den Speicher geladen, obwohl dieser definitiv nicht voll ist. Jedenfalls blinkt die Anzeige dafür nicht wie normalerweise. Dafür blinkt die Anzeige 130 °C.

Bei diesem Wetter müsste die Sonne den Speicher eigentlich rappelvoll machen. Laut Beschreibung schaltet die Pumpe ab, wenn die Temperatur die Schutztemperatur übersteigt: Aber wie soll denn bei schönem Wetter der Speicher je voll werden, wenn schon jetzt im März am Vormittag die Schutztemperatur erreicht wird?

Da wird wohl mal wieder ein Anruf bei Vaillant fällig.

Und nicht zu vergessen: Seit Samstag sind wir wieder telefonisch erreichbar und hängen per Modem sogar am Netz. Die neue Nummer ist die alte.

geschrieben am 11. März 2008 von rainerS.punkt |

 01. März 2008

 'ne E-Mail und Besuch im Anmarsch

Gestern bekam Katrin eine Mail von unserer Lieblingshausverkäuferin, die uns nochmal zum Haus gratulierte und sich freuen würde, mal wieder von uns zu hören: Wird sie. Werden Sie! ;-). Durch das nicht vorhandene Telefon nebst Internet gestaltet sich das derzeit - gerade für Katrin - etwas schwierig. Man ist schon ziemlich abhängig von dem ganzen Kram. Wie gut, dass wenigstens ich mein Büro quasi im Internet habe.

Für das kommende Wochenende haben wir nun meine Eltern eingeladen, unser Haus endlich zu besichtigen. Ihr letzter Live-Kenntnisstand war dieser. Alles andere haben sie auch nur online verfolgen können.

geschrieben am 01. März 2008 von rainerS.punkt |